DIE HERSTELLUNG – BLICK IN EINE ALTE WERKSTATT

Am Anfang jeder Zinnfigur steht die Idee. Ihr folgt der Entwurf. Dieser ging entweder auf eine Zeichnung, auf Flurblätter, Bilderbögen, illustrierte Bücher oder Zeitschriften zurück und war zumeist auch gleich die Grundlage für die Bemalung. Und der Graveur stellte die Schieferformen – das zugleich wichtigste Utensil des Zinngießers – her.

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Der Ofen in der Werkstatt sorgte im Winter für angenehme Wärme, im Sommer für unerträgliche Hitze. Zinn wurde unter Zusatz von anderen Metallen zu einer sogenannten Zinnlegierung geschmolzen.

Vor jedem Zinngießer lag ein Stapel von Schieferformen. Denn eine zu oft hintereinander ausgegossene Schieferform würde zerspringen. Mit einem Gusslöffel schöpfte der Gießer das flüssige Zinn aus dem Gießtiegel und goss es in die Form. Das Formstück hat außer dem vertieften Bild des Zinnsoldaten einen Eingusskanal und feine strahlenförmig verlaufende Einschnitte. Von Zeit zu Zeit musste die Form berußt werden, damit die Zinnkomposition leichter fließen konnte.

Von den ausgekühlten Figuren wurde der Angussstreifen abgebrochen; mit einem Messer die letzten Zinnreste, die noch an der Figur hingen, entfernt – die Figur wurde „geputzt“ und „entgratet“.

Frisch gegossenes Zinn hat meist ein silberweißes, glanzvolles. Später ein gedämpftes, unauffälligeres Aussehen.

Dann ging es ans Bemalen, Spirituslacke trocknen schnell an der freien Luft. Außerdem verleihen sie den Figuren diesen eigenwilligen Glanz.

Verpackt wurden die Figuren in kleine mit Holzwolle ausgelegten Spanschachteln – eine bequeme Lagerstatt nicht nur für standhafte Zinnsoldaten. Deckel drauf, flinke Finger versahen die Schachtel noch mit einer Etikette, einer Regimentsnummer und ähnlichen Angaben.

Das wird heute noch genauso gemacht, wie vor 150 Jahren. Fast nichts hat sich geändert. Lediglich die Spirituslacke finden keine Verwendung mehr.

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