MÄRCHENHAFTE FIGUREN

Der Duft von harzigen Tannennadeln, Vanillekipferln und Wachs lag in der Luft. Kinderaugen begannen zu leuchten. Es war wieder Weihnachten. Besonders hell strahlten Knabenaugen beim Anblick der standhaften Zinnsoldaten, die heute fast schon in Vergessenheit geraten sind. Genauso vergessen wie die Tatsache, dass außer Zinnsoldaten auch viele andere Figuren aus Zinn hergestellt wurden – und noch immer werden.

Manchmal lag auch ein Märchenbuch am Gabentisch. Und darin war zu lesen ...

„Es waren einmal 25 Zinnsoldaten, die waren alle Brüder, denn sie waren aus einem alten, zinnernen Löffel gemacht worden. Das Gewehr hielten sie im Arm und das Gesicht geradeaus; rot und blau, überaus herrlich war ihre Uniform. Als der Deckel von der Schachtel genommen wurde, in der sie lagen, war das allererste Wort, das sie in der Welt hörten: „Zinnsoldaten!“. Das rief ein kleiner Knabe und klatschte in die Hände. Er hatte sie bekommen, denn es war sein Geburtstag, und er stellte sie nun auf dem Tisch auf. Der eine Soldat glich leibhaftig dem anderen, nur ein einziger war etwas verschieden; er hatte nur ein Bein, denn er war zuletzt gegossen worden, und es war nicht mehr genug Zinn da, doch stand er ebenso fest auf seinem einen wie die anderen auf ihren zweien, und gerade er ist es, dem es merkwürdig erging ...“

Wie die Geschichtre ausging, wissen die Kenner des „Standhaften Zinnsoldaten“ von Hans Christian Andersen. Wenn nicht - ein Griff zum Märchenbuch genügt. Und schon wird die alte Handwerkskunst beinahe wieder lebendig.

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