
Der
Spezialist für die Aufstellung geschichtlicher Ereignisse in allen ihren
Einzelheiten – der „Erbauer“ eines Dioramas – ist eine besondere Gattung
der Spezies des Zinnfigurensammlers. Eine oder mehrere Figuren werden vor einen
bemalten Hintergrund gestellt. Dazu kommt vielleicht noch ein Baum oder Strauch.
Gut beleuchtet, ergibt das Ganze ein lebensnahes Gesamtbild. Mit einer Portion
Phantasie, einer Prise Geschmack und dem notwendigen Können vereint der Aufbau
eines Dioramas historische Richtigkeit mit den Qualitäten eines Kunstwerks.
Das Hauptaugenmerk ruht jedoch weiterhin auf der Zinnfigur selbst. Hier muss alles stimmen – die Aufstellung, das Kostüm, die Uniform, Gebrauchsgegenstände, Waffen, Fahnen und Zubehör. Sie verlangen nach einwandfreier Feststellung und historischer Bemalung. Dann kann der „Geschichtsunterricht“ beginnen.
Im Diorama tritt die Zinnfigur aus dem Kreis der Spielzeuge heraus. Sie wird zum kulturgeschichtlichen Anschauungsmaterial. Die kleine, alte, standhafte Zinnfigur als ein nicht ersetzbares Erzeugnis uralter, kunsthandwerklicher Überlieferung.
Die Aufgabe der Zinnfiguren war nicht nur, Geschichte begreifbar und auch angreifbar zu machen. Die geformte Zinnlegierung war ein Lernbehelf für Generationen von Kindern. Sie brachte den Kleinen auch exotische Tiere näher, war doch der Sockel mit dem Namen des Dschungelbewohners versehen. Die Zinnfigur als Hilfsmittel und spielerischer Zugang, um Lernen zu begreifen – mit vielen Sinnen.